Gedachtes Rund ums Bloggen

Mein Blog ist eher ja WDR.
Weniger Big Brother oder sowas.

15. Januar 2017

So ein Bloggerevent, an dem viele Frauen verschiedenen Alters und mit den unterschiedlichsten Blogthemen oder -nischen zusammen kommen, ist für mich immer  inspirierend. Man lernt was Neues, nimmt was mit, unterhält sich mal mehr mal weniger anregend, trifft Frauen, mit denen es gleich fluppt und Frauen, von denen man sich irgendwann abwendet, weil man einfach merkt, dass aus dem höflichen Smalltalk kein Gespräch entsteht. Nehme ich an solchen Treffen teil- was nicht oft vorkommt- dann nehme ich mir immer ganz fest vor mit allen Anwesenden wenigtens ein paar Worte zu wechseln (klappt nicht immer). Ein freundlicher Gruß, eine kurze Vorstellung, vielleicht ergibt sich mehr.

Mein tauscht sich aus und man fragt natürlich, was die andere so macht. Worüber schreibst Du? Was sind Deine Themen? Wie lange bloggst Du schon? 

Bei einem meiner allerersten richtigen Bloggertreffen 2009 in Köln traf ich Frauen, die – wie ich selber auch- sich am liebsten mit DIY, Selbermachen und Nähen beschäftigten und dies heute teilweise noch tun. Die bloggen, weil es ihnen einfach Spass macht. Ich war damals schrecklich aufgeregt, aber es war toll!

Gedanken zur Bloggerszene und meinem eigenen Blog | Mein Blog ist eher WDR. Weniger Big Brother oder sowas! | waseigenes.com Januar 2017

Seitdem hat sich vieles verändert in der Bloggerszene. Heutzutage sollte man eine Nische finden und sich nur in dieser bewegen. Heute gibt es unzählige Blogs für die unterschiedlichsten Themen. Heute kooperieren Blogger mit Unternehmen. Heute wird man zum Firmenevents eingeladen, bekommt Anreise und Unterkunft bezahlt. Heute schreibt man nicht nur einen Blog. Man führt ein kleines oder großes social media Imperium, man bloggt, man postet, man teilt, man herzt, man pinnt, man hebt den Daumen oder man lacht sich kaputt.

In den letzten Jahren traf ich immer wieder Bloggerinnen – meist jünger als ich – die mir erzählten, dass sie von ihrem Blog leben oder bald leben können, mit welchen großen Marken sie zusammenarbeiten, dass sie jedes Wochenende in Blogmission unterwegs sind und Einladungen folgen, bei denen sie teilweise für ihr bloßes Erscheinen bezahlt werden.

Und dann ertappe ich mich dabei, wie ich mit offenem Mund da stehe und staune. 

Nicht selten verbloggen die Mädels Fashion, Beauty und Fitness. Das ist ja so gar nicht meine Baustelle. Nicht, dass mir schöne Klamotten, ein neues Make-Up oder die tägliche Bewegung nicht wichtig wären. Nein, sie sind nur für mich nicht so wichtig, gehören nicht zu meinen Leidenschaften, als dass ich darüber schreiben könnte und wollte. Als Mama eines jungen Mädchens, habe ich im letzten Jahr ganz viel Neues gelernt. Zum Beispiel, dass es jetzt auch Bodylotion-Schaum von Bibi gibt. Das ist mir ja bisher völlig durchgegangen. Sowas! Und dann merke und verstehe ich, dass neben meiner persönlichen, schon recht großen Bloggerwelt, ganz viele Parallelwelten existieren. Fashionblogs. Mega-Instagram-Influencer, Youtuber.

Nach jedem Bloggertreffen schaue ich mir zur Hause die Blogs der jeweiligen Damen an. Jetzt bin ich natürlich neugierig. Sie hat so viel von ihrem Erfolg erzählt, wie ist denn nun der Blog? Nicht alle Blogs sprechen mich im Nachhinein an. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Mal ist es die Farbgebung, mal der Aufbau, mal der Schreibstil. Ich beneide diese Bloggerinnen nicht. Ich bewundere sie. Für die Zeit und die Kraft und Arbeit, die sie in ihre Blogs stecken. Für den Perfektionismus, die Disziplin immer up-to-date zu sein, durch die Welt zu tingeln, dabei gut auszusehen, um entsprechende Selfies posten zu können. Wirklich ein Applaus wert. Aber das alles wäre nix für mich. Jemand Kluges sagte kürzlich zu mir: „Wer weiß, ob diese riesngroßen Influencer wirklich so werbewirksam sind? Sie posten einen Werbebeitrag nach dem anderen und dabei wollen ihre schwärmenden Follower-Mädels doch eigentlich nur wissen, welchen Nagellack, welchen Rouge (heute heißt das übrigens Blush!) Shirin, Chantal und Josefine nutzen!“

Ich mag dies nicht beurteilen.

Als ich all das neulich einer Freundin erzählte, antwortete sie mir: „Ja, die sind eben mehr Big Brother…!“ und ich beendete den Satz: „… und nicht WDR, so wie ich!“. Schöner Vergleich (wobei der Vergleich hinkt, weil man ja nicht eine Sendung mit einem Sender vergleichen kann… ist klar, ne? Aber Ihr wisst, was ich im Grunde sagen will). Wir mussten sehr lachen und seitdem geht mir das nicht aus dem Kopf.

Ja, was eigenes ist eher WDR, als Privatfernsehen. Ein lokaler Sender, der dennoch über die Landesgrenzen bekannt ist. Bei dem man die Moderatoren schon seit Jahren kennt, ja sogar mit ihnen gewachsen und alt geworden ist. Von EinsLIVE wechselten sie irgendwann zum WDR Fernsehen oder Radio. Ein Sender, der irgendwie auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist, der so wundervolle Dokumentation wie Dynastien in NRW ausstrahlt oder adelige Damen begleitet, die mit einem retro-Bus durch wunderschöne Landschaften juckeln und sich gegenseitig bekochen. Oder Talk Runden, bei denen es um die Menschen geht, die da im Kreis sitzen. Oder Sendungen, die nur für Frauen produziert werden. Oder Buchbesprechungen. Oder. Oder. Oder. Schalte ich abends WDR ein (wenn ich nicht gerade Downton Abbey völlig verfallen bin!), dann stellt sich bei mir meist ein muckeliges, heimeliges Gefühl ein. Ein Gefühl von ‚da ist noch ein Zimmer frei‘, Heimat, Zuhause, Küchentisch, Kaffee und Kuchen und Menschen. Setzt Euch und lasst uns quatschen.

Ich finde es faszinierend, spannend und toll, wie sich die Bloggerszene in den letzten Jahren gewandelt hat. Vielleicht gab es diese Szene aber auch schon immer und ich habe sie nur nicht so wahrgenommen, weil die Themen nicht auf meine persönlichen Leidenschaften treffen. Was mich nicht interessiert, das lese ich nicht. Ich schaue rein, klicke es an- denn neugierig und offen sollte man immer sein und bleiben!– aber ich klicke auch wieder weg, wenn es um Themen geht, bei denen mein Herz und Hirn nicht durchdrehen und rufen „Mehr! Ich will mehr sehen!“.

Ganz neu entdeckt habe ich z.B. Blogs und Bloggerinnen, die sich auf die Themen rund um Ü40 und Ü50 spezialisiert haben. Tja, sieh den Tatsachen in die Augen, Mädchen- das wären auch Blogs für Dich! Jedoch geht es dort auch häufig um Fashion. Also doch wieder nicht so richtig mein Ding. Nichtsdestotrotz gibt es sie und das ist großartig. Genauso großartig ist jeder einzelne Foodblog, Nähblog, Reiseblog, Mamablog.

Das Jahr 2017 ist nun schon 15 Tage alt. Mein Blogplaner ist weitestgehend leer und ich bin sehr gespannt, wohin die Reise in diesem Jahr geht. Wie sich mein Blog, wie ich mich selbst, wie sich die Bloggerszene weiterhin verändern wird. Denn das wird sie. Und das ist ja auch gut so; Stillstand – nein, bitte nicht. Und unterm Strich empfinde ich ganz genau, wie vor drei Jahren, als ich den Artikel schrieb: „Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden!„. Ich habe mir meine eigenen Gedanken dazu (weiter unten im Text) gerade noch einmal durchgelesen und dabei genickt. Stimmt, Bine. Da haste recht. So ist es.

Ich wünsche Euch einen gemütlichen Sonntag und solltet Ihr gerade Eure Blogrunde machen, dann wünsche ich Euch Freude und Inspiration beim Lesen- ganz egal, was und wen Ihr lest.

Liebe Grüße, Bine

 

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